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© FH Münster / Wilfried Gerharz

Schwerpunkt auf psychiatrische Versorgung: André Nienaber an die FH Münster berufen

Mit der Berufung des Gesundheits- und Pflegewissenschaftlers André Nienaber legt die Münsteraner Hochschule einen Schwerpunkt auf einen oft nur unsystematisch abgedeckten Bereich. Ziel ist die Entwicklung von tiefgehenden Kompetenzen, damit angehende Fach- und Führungskräfte im Sozial- und Gesundheitswesen besser auf die Herausforderungen des komplexen Feldes vorbereitet werden können.

Der Weltgesundheitsorganisation zufolge gibt es keine Gesundheit ohne psychische Gesundheit. In allen Bereichen unserer Gesellschaft – im Kindergarten, in der  Schule, im Arbeits- und Berufsleben, in der Freizeit, aber auch im Krankenhaus oder im Altenheim – begegnen uns Themen der psychischen Gesundheit und psychischen Erkrankungen. „Besonders in der aktuellen Zeit des Lockdowns aufgrund der Verbreitung des Coronavirus und des damit verbundenen Social Distancings darf die psychische Gesundheit nicht vergessen werden. Für die Förderung von psychischer Gesundheit und eine gute psychiatrische Versorgung und Pflege brauchen wir auch entsprechend hochschulisch qualifizierte Personen, besonders im Bereich der Pflege. Sie fungieren als Brücke zwischen der Wissenschaft und der Praxis“, sagt Prof. Dr. André Nienaber, Experte für psychiatrische Pflege und Versorgung.

Mit diesem Schwerpunkt wurde der Gesundheits- und Pflegewissenschaftler an die FH Münster berufen. „Eine wegweisende Entscheidung“ nennt Nienaber das ausgeschriebene Stellenprofil und den Schwerpunkt, mit dem der Fachbereich Gesundheit an deutschen Hochschulen eine Vorreiterrolle einnehme. „Das Lernziel für die Studierenden muss der Erwerb von entsprechenden Kompetenzen sein, die erforderlich sind, um psychische Gesundheit zu fördern und psychiatrische Versorgung patientenorientiert und wirksam zu gestalten“, erklärt Nienaber. Wichtige Themen in seinen Modulen sind vor diesem Hintergrund auch Beziehungsgestaltung, Gesundheitsförderung und die Entwicklung einer evidenzbasierten Praxis: Wie können Menschen mit der Diagnose einer psychischen Erkrankung oder in einer akuten Krisensituation mit Suizidgedanken begleitet werden und wie kann der Prozess des Recoverys, also der Rückgewinnung der eigenen Handlungskompetenz, unterstützt werden?

Dies verlangt den Fachkräften eine große Verantwortung ab. „Es geht dabei zum einen um die Förderung der Reflexionsfähigkeit der Pflegenden und zum anderen um Möglichkeiten sich zu schützen, zu stärken und selbst gesund zu bleiben.“ „Sehr bereichernd für beide Seiten ist es, wenn die Studierenden auch ihre Erfahrungen aus der Praxis in die Seminare einbringen“, findet Nienaber. 

Diese Verbindung von Theorie und Praxis im Sinne der Praxisentwicklung ist ihm sehr wichtig. Er selbst hat sein Fach von der Pike auf gelernt: Abschluss als Krankenpflegehelfer und Heilerziehungspfleger und Tätigkeit in unterschiedlichen Praxisfeldern und Positionen der psychiatrischen Versorgung, etwa als Pflegeexperte in der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie in Bethel, als Pflegedienstleitung der Abteilung für Allgemeine Psychiatrie und Psychotherapie und der Abteilung für psychosomatische Medizin und Psychotherapie in der LWL-Klinik Lengerich oder als Leitung der Stabsgruppe für Klinikentwicklung und Forschung im LWL-Klinikum Gütersloh. Auch Lehre ist kein Neuland für den 46-jährigen verheirateten Familienvater von vier Kindern, der für seine eigene psychische Gesundheit gern wandert,
Fahrrad fährt oder spazieren geht: Bis zu seiner Berufung nach Münster hatte er die Professur für Psychische Gesundheit und Psychiatrische Pflege an der
Fachhochschule der Diakonie Bielefeld.


Quelle: Pressemitteilung der FH Münster vom 22.4.2020

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Regina-Maria Dackweiler, Alexandra Rau, Reinhild Schäfer (Hrsg.): Frauen und Armut - feministische Perspektiven. Verlag Barbara Budrich GmbH (Opladen, Berlin, Toronto) 2020. 474 Seiten. ISBN 978-3-8474-2203-7.
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